Die Magie des Unfertigen

Dennis

Die Musiker und sonst schaffenden Künstler kennen das Gefühl vielleicht. Man arbeitet an etwas, z.B. einem Musikstück, und ist regelrecht besessen davon. Man spielt rauf und runter, das Lied in seiner unfertigen Fassung immer wieder und wieder und ist regelrecht der Meinung “Das ist der Song, der die Welt verändert”, da man selbst Herzblut, Träume und Hoffnungen in diesen Song setzt. Man feilt und baut, streicht wieder etwas und fügt neues hinzu, bis die Komposition genau das überbringt, was man selbst während des Schreibens fühlt.

Ist der Song allerdings ersteinmal im Kasten, verfliegt der ursprüngliche Reiz schnell und man bemerkt die Unausgewogenheiten, die kleinen, die sonst keinen stören. Es ist wie der Fehler beim Tapezieren, den man weg gepfuscht hat. Niemand sieht ihn, aber man selbst muss ständig draufstarren.

Die Magie verschwindet, sobald man sich sein Werk in seiner Gesamtheit anhört und es verkommt nur zu einer weiteren Nummer von etlichen Liedern, die man einmal geschrieben hat.

Das ist jedenfalls der Grund, warum ich mein aktuelles Stück noch nicht aufnehmen möchte :)

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