Archive for the ‘Lyrik & Kurzgeschichten’ Category

Scheiß Montag (Kurzgeschichte)


11 Mrz

Der Wind pfeift hier oben ganz schön stark und kündigt ein Gewitter an. Ein Gewitter, welches sich mit großem Getöse entfaltet und alles mit einem heftigen Regenguss, dessen Tropfen sich auf der Haut wie Nadelstiche anfühlen werden, hinfort spült, was nicht mehr gebraucht wird.
So, wie mich.
Ich wiederhole meinen Blick über die Schulter bestimmt schon zum hundertsten Mal und sehe immer noch keine Veränderung. Hinter meinem Rücken geht es immer noch zwanzig Stockwerke bergab. Ob meine Eltern sich erschrecken würden, wenn ich plötzlich am Fenster vorbei sauste und zum Abschied noch einmal winkte? Ein Freund von mir scherzte einmal: „Weißt du was Glück ist? Wenn du von einem Hochhaus fällst und unterwegs mit dem Auge an einem Nagel hängen bleibst. Und weißt du, was Pech ist? Wenn der Nagel schon besetzt ist!“
Hoffentlich passiert das nicht! Das würde meinem Vorhaben nicht gerade zuträglich kommen. Ich meine, wenn ich gemäß des Scherzes Glück hätte. Aber so wie dieser Tag heute verlaufen ist, werde ich wohl immer noch kein Glück haben. Um diese Sache brauche ich mich also nicht zu sorgen.
Der Tag hat begonnen, wie schlechte Tage nun mal so beginnen: Ich habe verschlafen. (weiterlesen…)

Bedeutungslos (Kurzgeschichte)


07 Mrz

Hin und wieder beschleicht jeden das unbestechliche Gefühl, nicht Herr seiner eigenen Existenz zu sein. Wie in einer Achterbahn spielt sich das Leben vor den eigenen Augen ab und man selbst kann aus irgendeinem unerfindlichen Grund nur blöd aus der Wäsche gucken und empört „Moment mal…“ rufen.

Patricks Leben spielt sich bereits seit Monaten genau so ab. Er ist Fahrradkurier. Dieser Job ist für das eben angesprochene Gefühl nicht verantwortlich, trägt aber auch nicht zu dessen Beseitigung bei.
Außerdem hatte er eine Freundin. Speziell das Besitz anzeigende Hilfsverb dieses Satzes bringt das Problem schon auf den Punkt. Er hatte sich nämlich plötzlich von ihr getrennt. Ganz plötzlich. Ungefähr genauso plötzlich, wie er die Tür seines Schlafzimmers öffnete und irgendeinen Südländer-Macho erblickte, der es seiner Freundin gerade so heftig besorgte, dass das Laken nicht nur nass sondern auch zerrissen war. Als ob das nicht schon genug wäre, stellt er auch noch fest, dass der Typ seinen Bademantel trägt!
Hätte Patrick eine Flinte gehabt, hätte er morgen für eine neue Schlagzeile in der örtlichen Presse gesorgt, die ganz sicher das Wort „Beziehungsdrama“ beinhaltet hätte. Da er aber keine Flinte hatte, drehte er sich um und verließ seine Wohnung. (weiterlesen…)

Monster


02 Mai

Ruhig und mutig stand er da,
als das Schicksal, das er war.
Er zog die Waffe grausam schnell,
Im Fackellicht glänzt sie sehr hell.

Todeslustig, blinde Wut,
seine Augen, rot wie Glut.
Den Mund geöffnet, wie ein Schrei,
Doch war die Stimme hart wie Blei. (weiterlesen…)

Der Weg des Gerechten


02 Mai

Wartend verbleib ich in meiner Zelle,
der Tod wartet schon an meiner Schwelle.
Krachend geht die Türe auf,
so beginnt mein Todeslauf. (weiterlesen…)


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